Studenten werden von anderen Bevölkerungsgruppen oft als “altkluge Besserwisser, die überall ihren Senf dazugeben und ihre Eloquenz beweisen müssen” wahrgenommen.
Die Tatsache dass Studenten oft und gerne über Themen reden, die innerhalb ihres Studiengebiets liegen, ist nicht von der Hand zu weisen. Die Tatsache dass das auf Nicht-Akademiker anstrengend und angeberisch wirkt ebenfalls nicht. Bei diesem Cliché muss ich also zugeben: Schuldig im Sinne der Anklage.
Gibt es Wege diese Kluft zu überwinden?
Vielleicht hilft es wenn man versteht warum Studenten den Drang haben zu gewissen Themen prinzipiell eine Diskussion oder vielleicht sogar einen Vortrag zu starten. Es liegt wohl hauptsächlich daran, dass sie von den Professoren zu geistig aktiven kritischen Beobachtern erzogen werden. Auf der Uni sind angeregte Diskussionen, konstruktive Kritiken und das Beweisen von Wissen tägliche und hochgelobte Beschäftigungen. Studenten sind es also aufgrund ihres sozialen Verhaltens, welches sie sich in Unikreisen angeeignet haben, gewohnt Ratschläge zu erteilen, Themen zu erklären und eloquente Diskussionen zu führen. Das gilt für den Seminarraum ebenso wie für die Mensa.
Mit diesem “altklugen” Verhalten stoßen sie bei ihren Mitstudenten in jedem Fall auf Anerkennung. Denn wenn ein Student nichts zu einem Thema weiss ist er froh es von einem anderen erklärt zu bekommen um das eigene Wissen zu vergrößern. Somit ist es für einen Studenten immer eine Bereicherung “belehrt” zu werden – ganz im Gegensatz zu anderen Gruppen die dann solch ungewollte “Belehrungen” von ihren akademischen Mitbürgern oftmals als Beleidigung und Herabsetzung des eigenen Wissens auffassen. Und wenn ein Student etwas zu einem Thema sagen kann, sind Mitstudenten in der Regel froh über eine angeregte Diskussion in der sie ihre Eloquenz schulen und erproben können. Diese “Altklugheit” wird also in Unikreisen durchaus als Bereicherung verstanden und nicht – so wie leider oft außerhalb in der “echten Welt”- als Arroganz.
Um dieses studentische Verhalten also besser verstehen zu können muss man es wohl vor dem sozialen und bildungstechnischen Hintergrund betrachten.
Mit der Bitte um Nachsicht, Verständnis und Toleranz,
Eine Studentin





