Im Studivz gibt es nicht umsonst eine Gruppe die da heißt: „Meine Vorlesungszeiten kollidieren mit meinen Schlafzeiten„, doch was ist dran am sich hartnäckig haltenden Cliché der bis Mittag schlafenden, Vorlesungen verschlafenden und somit „faulen“ Studenten?
Aus meiner Erfahrung muss ich zwar zugeben: Ja, es gibt diese „faulen“ Studenten die nur studieren um nicht arbeiten zu müssen oder weil Papa es ihnen so vorgeschrieben hat, weil sich Mama eine/n Akademiker/in wünscht. Diese führen dieses traumhafte Leben das von Partys, Spaß, verschlafenen Tagen und durchzechten Nächten erfüllt zu sein scheint. Doch das ist meines Wissens eine Minderheit.
Die meisten meiner Mitstudenten führen ein ganz anderes Leben. Augenringe und unterdrückte Gähner rühren bei diesen eher von mit einem immensen Koffeinspiegel durchlernten Nächten oder abendlichen Nebenjobs her. Nicht selten wird eine Vorlesung um 8:00 s.t. (sine tempore) verschlafen weil am Vorabend bis 4 Uhr Früh gelernt wurde oder weil der Nebenjob wieder zu zeitraubend war und man sich erst um 22:00 zum Tisch setzen konnte um sich endlich der „Systhematischen Betrachtung der nationalen und internationalen Jurisprudenz im Lichte der europarechtlichen Richtlinien“ oder den „Mikro- und Makroökonomischen Fallstudien auf internationalem Niveau“ zu widmen.
Das Hauptproblem der meisten Studierenden ist, dass der Tag leider nur 24 Stunden hat. Um das Studium, die erforderliche Literatur, die Wohnung oder übliche Annehmlichkeiten finanzieren zu können muss ein (oder mehrere) Nebenjobs angenommen werden. Und die verbleibende spärliche Freizeit wird natürlich zum Lernen genutzt, denn man will möglichst schnell mit dem Studium fertig werden um endlich von einer 70 Stunden Woche zu einer 40 Stunden Woche wechseln zu können.
Also muss ich mich gegen das Cliché Studenten würden permanent verschlafen und bis in die Mittagsstunden durchschlafen und seien somit “faul“ entschieden wehren. Möglicherweise mag das auf Außenstehende deren aktiver Tag um 23:00 ein Ende findet so wirken. Aber in Wahrheit verschiebt der Großteil der Studenten einfach nur die Aktivitätszeiten. Statt von 8-21 wird eben von 11-3 gearbeitet/studiert und gelebt.
